Jeremia 8
NLB
1 An diesem Tag«, spricht der Herr
2 Sie werden verstreut werden, sodass sie ausgebreitet vor der Sonne, dem Mond und den Sternen liegen. Diese Gestirne haben sie ja als Götter verehrt, geliebt und angebetet! Keiner wird die Gebeine wieder einsammeln und begraben, nein, sie sollen auf dem Acker verrotten!
3 Und die wenigen Überlebenden dieses treulosen Volkes werden lieber sterben wollen als dort leben, wohin ich sie verbannen werde. Ich, der Herr
4 Jeremia, sag dem Volk: ›So spricht der Herr
5 Warum also bleiben die Menschen in Jerusalem stur weiter auf dem falschen Weg und halten sich von mir fern? Sie wollen nicht umkehren!
6 Ich lausche ihren Gesprächen, und was höre ich? Keiner spricht die Wahrheit. Es gibt auch keinen, der seine bösen Taten bereut, sodass er sagt: »Oh nein, was habe ich nur Schreckliches getan?« Nein, jeder jagt auf dem Weg der Sünde entlang, eilends, wie ein Pferd, das in die Schlacht stürmt!
7 Der Storch weiß, wann er aufbrechen muss, ebenso Taube, Kranich und Schwalbe
8 Wie könnt ihr nur sagen: »Wir sind so klug, wir besitzen doch die Gesetze des Herrn
9 Eure Weisen werden beschämt und verwirrt dastehen, sie werden sich in ihrer Weisheit widerlegt sehen. Wie können sie auf den Gedanken kommen, dass sie weise sind, wenn sie doch das Wort des Herrn
10 Deshalb werde ich eure Frauen anderen Männern überlassen, und Fremde sollen euer Land besitzen. Ihr alle, vom Kleinsten bis zum Größten, giert doch danach, euch zu bereichern. Selbst die Priester und Propheten lügen und betrügen,
11 indem sie die tödliche Wunde meines Volkes verharmlosen. Sie trösten euch, indem sie behaupten, dass euch Heil und Frieden erwarten, wo es doch kein Heil gibt.
12 Schämen müssen sie sich, denn ihre Taten sind widerlich. Aber sie können sich noch nicht einmal richtig schämen, sie erröten nicht einmal! Wenn aber der Tag kommt, an dem ich alle zur Rechenschaft ziehe, werden sie fallen‹«, spricht der Herr
13 »Sie sind wie ein schlechter Weinstock oder ein fauler Feigenbaum: Ich finde keine Früchte an ihnen und ihre Blätter sind verwelkt. Deshalb werde ich Leute bestellen, die die wertlosen Gehölze fortschaffen. Ich, der Herr
14 Dann wird das Volk sagen: ›Warum sollen wir hier herumsitzen, bis wir sterben? Lasst uns in die befestigten Städte gehen, um dort zu sterben. Umkommen werden wir auf jeden Fall, weil der Herr
15 Warum haben wir auf Frieden gehofft? Es kam doch nichts Gutes auf uns zu! Warum haben wir auf eine Zeit der Heilung gehofft? Wir haben doch nur Entsetzen gefunden!
16 Unsere Feinde haben bereits die Stadt Dan erreicht. Von dort ist das Schnauben der Schlachtrösser unserer Feinde zu hören. Das ganze Land bebt schon von dem Wiehern der Pferde. Das feindliche Heer kommt heran, und es wird das Land und alles, was darin wohnt, verschlingen – Städte und Menschen.‹
17 Ich lasse Giftschlangen gegen euch los, die ihr nicht beschwören könnt«, spricht der Herr
18 Ich bin untröstlich; mir bricht das Herz.
19 Hör doch: Laut ist das Weinen meines Volkes aus einem weit entfernten Land zu hören. »Hat der Herr
20 »Die Ernte ist eingebracht, der Sommer ist vorüber«, klagen die Menschen, »aber wir wurden nicht gerettet!«
21 Ich bin am Boden zerstört, weil ich den Zusammenbruch meines Volkes mit ansehen muss. Trauer erfüllt mich, ich bin starr vor Entsetzen.
22 Kann man denn in Gilead keine Salben mehr finden? Gibt es keinen Arzt mehr im Land? Warum konnten die Wunden meines Volkes nicht geheilt werden?
23 Wären meine Augen doch Tränenquellen! Ich würde Tag und Nacht die Toten meines Volkes beweinen.