Sprüche 6
ELB2020
1 Mein Sohn, hast du gebürgt für deinen Nächsten, für einen Fremden deinen Handschlag gegeben,
2 bist du verstrickt durch deines Mundes Worte, gefangen durch die Worte deines Mundes,
3 so tu denn dies, mein Sohn: Reiß dich los, da du in deines Nächsten Hand gekommen bist! Geh unverzüglich hin und bestürme deinen Nächsten!
4 Gönne deinen Augen keinen Schlaf und keinen Schlummer deinen Wimpern!
5 Reiße dich los wie die Gazelle aus der Hand des Jägers
6 Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise!
7 Sie, die keinen Anführer
8 sie bereitet im Sommer ihr Brot, sammelt in der Ernte ihre Nahrung.
9 Bis wann, du Fauler, willst du noch liegen? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?
10 Noch ein wenig Schlaf, noch ein wenig Schlummer, noch ein wenig Händefalten, um auszuruhen –
11 und schon kommt wie ein Landstreicher
12 Ein ruchloser Mensch, ein heilloser Mann ist, wer umhergeht mit Falschheit im Mund,
13 wer zuzwinkert mit seinen Augen, ein Zeichen gibt
14 wer Verkehrtheit trägt
15 Darum kommt plötzlich sein Unglück; im Nu wird er zerschmettert ohne Heilung.
16 Sechs Dinge
17 Stolze Augen, falsche Zunge und Hände, die unschuldiges Blut vergießen,
18 ein Herz, das heillose Anschläge schmiedet
19 wer Lügen vorbringt
20 Bewahre, mein Sohn, das Gebot deines Vaters, verwirf nicht die Weisung
21 Binde sie stets auf dein Herz, winde sie um deinen Hals!
22 Bei deinem Gehen leite sie dich, bei deinem Liegen behüte sie dich, und wachst du auf, so rede sie dich an!
23 Denn eine Leuchte ist das Gebot und die Weisung ein Licht, und ein Weg zum Leben sind Ermahnungen
24 dich zu bewahren vor der Frau des Nächsten
25 Begehre nicht in deinem Herzen ihre Schönheit, lass sie dich nicht mit ihren Wimpern fangen!
26 Denn der Preis für eine Hure geht
27 Kann man Feuer wohl tragen in seinem Gewandbausch, ohne dass einem die Kleider verbrennen?
28 Oder kann jemand wohl schreiten auf glühenden Kohlen, ohne dass er sich die Füße versengt?
29 So geht es auch dem
30 Verachtet man nicht schon
31 Und wird er ertappt, so muss er es siebenfach erstatten; den ganzen Besitz seines Hauses kann er dahingeben.
32 Wer aber Ehebruch treibt mit der Frau seines Nächsten
33 Plage und Schande nur
34 Denn Eifersucht weckt
35 Er nimmt keine Rücksicht auf irgendein Sühnegeld