Hiob 7

ELB2020

1 Hat der Mensch nicht einen harten Dienst

2 Wie ein Knecht, der sich nach Schatten sehnt, und wie ein Tagelöhner, der auf seinen Lohn wartet,

3 so habe ich gehaltlose Monate

4 Wenn ich mich niederlegte, so sagte ich: Wann kann ich aufstehen? – Und der Abend zieht sich hin, und ich bin gesättigt mit Unrast bis zur Morgendämmerung

5 Mein Fleisch ist bekleidet mit Maden und Schorf

6 Meine Tage gleiten schneller dahin als ein Weberschiffchen und schwinden ohne Hoffnung.

7 Bedenke, dass mein Leben ein Hauch ist! Mein Auge wird kein Glück mehr sehen.

8 Das Auge dessen, der mich sehen will, wird mich nicht mehr

9 Die Wolke schwindet und vergeht; so steigt, wer in den Scheol hinabfährt, nicht wieder herauf.

10 Zu seinem Haus kehrt er nicht mehr zurück, und seine Stätte weiß nichts mehr von ihm.

11 So will auch ich meinen Mund nicht zurückhalten, will reden in der Bedrängnis meines Geistes, will klagen in der Verbitterung meiner Seele.

12 Bin ich das Meer oder ein Seeungeheuer, dass du eine Wache gegen mich aufstellst?

13 Wenn ich sagte: Mein Bett soll mich trösten, mein Lager wird meinen Kummer

14 so entmutigst du mich mit Träumen, und durch Visionen schreckst du mich auf,

15 sodass meine Seele Erstickung vorzieht, den Tod lieber hat

16 Ich mag nicht mehr

17 Was ist der Mensch, dass du ihn groß achtest

18 und ihn alle Morgen heimsuchst, ihn alle Augenblicke prüfst?

19 Wie lange noch

20 Habe ich gesündigt? Was tat ich dir an, du Wächter der Menschen

21 Warum vergibst du mir

lumen.bible