Hiob 39

ELB2020

1 Kennst du die Wurfzeit der Steinböcke? Beobachtest du das Kreißen der Hirschkühe?

2 Zählst du die Monate, die sie erfüllen müssen, und kennst du die Zeit ihres Werfens?

3 Sie kauern sich, lassen ihre Jungen durchbrechen, entledigen sich ihrer Wehen

4 Ihre Kinder werden stark, wachsen auf im Freien; sie ziehen hinaus und kehren nicht mehr

5 Wer hat den Wildesel

6 dem ich die Steppe zur Behausung machte und zu seiner Wohnung das salzige Land?

7 Er lacht über das Getümmel der Stadt, das Geschrei des Treibers hört er nicht.

8 Was er auf den Bergen erspäht, ist seine Weide

9 Wird der Büffel dir dienen wollen, oder wird er an deiner Krippe übernachten?

10 Hältst du den Büffel in der Furche an seinem Seil, oder wird er die Talgründe hinter dir her eggen?

11 Traust du ihm, weil seine Kraft so groß ist, und überlässt du ihm deine Arbeit

12 Kannst du dich auf ihn verlassen, dass er dein Korn heimbringt und das Getreide für

13 Munter schwingt sich der Flügel der Straußenhenne – ist es die Schwinge des Storches

14 Denn sie überlässt ihre Eier der Erde und lässt sie auf dem Staub warm werden.

15 Und sie vergisst, dass ein Fuß sie zerdrücken und das Wild des Feldes sie zertreten kann.

16 Sie behandelt ihre Jungen hart

17 Denn Gott ließ sie die Weisheit vergessen und gab ihr keinen Anteil an der Einsicht.

18 Wenn sie dann aber

19 Gibst du dem Ross die Kraft, bekleidest du seinen Hals mit einer Mähne?

20 Bringst du es zum Springen wie die Heuschrecke? Schrecklich ist sein hoheitsvolles Schnauben.

21 Es scharrt

22 Es lacht über die Furcht und erschrickt nicht und kehrt vor dem Schwert nicht um.

23 Über ihm klirrt der Köcher, die Klinge von Speer und Kurzschwert.

24 Mit Ungestüm und Erregung schlürft es den Boden

25 Sooft das Horn erklingt, ruft es: Hui! Und schon

26 Schwingt sich kraft deiner Einsicht der Falke empor, breitet seine Flügel aus für den Südwind?

27 Oder erhebt sich auf deinen Befehl der Geier so hoch und baut in der Höhe sein Nest?

28 Den Fels bewohnt er und horstet

29 Von dort aus erspäht er Nahrung, in die Ferne blicken seine Augen.

30 Seine Jungen gieren nach Blut, und wo Erschlagene sind, da ist er.

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