Hiob 30
ELB2020
1 Jetzt aber lachen sie über mich, die jünger sind als ich an Jahren
2 Wozu sollte mir auch die Kraft ihrer Hände dienen
3 Durch Mangel und Hunger unfruchtbar
4 sie, die Salzkraut pflücken am Gesträuch und deren Brot die Ginsterwurzel ist.
5 Aus der Gemeinschaft werden sie vertrieben. Man schreit über sie wie über den Dieb.
6 Am Abhang der Bachtäler müssen sie wohnen, in Erdlöchern und Felsen höhlen
7 Zwischen Sträuchern schreien
8 Gottloses Volk, ja, Gesindel ohne Namen, sind sie aus dem Land hinausgepeitscht worden.
9 Und nun bin ich ihr Spottlied geworden, ich wurde für sie zum Gerede.
10 Sie verabscheuen mich, haben sich von mir entfernt, und nicht mit Speichel für mein Gesicht gespart.
11 Denn er hat meine Bogensehne gelöst
12 Zu meiner Rechten erhebt sich die Brut. Sie stoßen meine Füße weg und schütten gegen mich ihre Unheilsdämme auf.
13 Sie reißen meinen Pfad auf, helfen zu meinem Untergang, und niemand hält sie dabei auf
14 Wie durch eine breite Bresche kommen sie, unter Krachen
15 Plötzlicher Schrecken hat sich gegen mich gewandt, er jagt wie der Wind meiner Würde nach; und wie eine Wolke ist meine Rettung vorübergezogen.
16 Und nun zerfließt in mir meine Seele, die Tage des Elends packen mich.
17 Nachts bohrt es mir meine Knochen aus, und die an mir nagenden Schmerzen
18 Mit gewaltiger Kraft packt er
19 Er hat mich in den Dreck geworfen, sodass ich dem Staub und der Asche gleich geworden bin.
20 Ich schreie zu dir, und du antwortest mir nicht. Ich stehe da, doch du achtest nicht auf mich
21 In einen Grausamen verwandelst du dich mir, mit der Stärke deiner Hand feindest du mich an.
22 Du hebst mich auf den Wind, du lässt mich auf ihm
23 Denn ich habe es erkannt, zum Tod führst du mich zurück und in das Versammlungshaus aller
24 Doch streckt man unter Trümmern nicht die Hand nach Rettung
25 Oder weinte ich nicht über den, der harte Tage hatte, hatte meine Seele mit dem Armen denn kein
26 Ja, Gutes erwartete ich, und es kam Böses. Und ich harrte auf Licht, und es kam Dunkelheit.
27 Meine Eingeweide sind zum Sieden gebracht und haben keine Ruhe. Tage des Elends sind mir entgegengetreten.
28 Trauernd gehe ich einher ohne Sonne
29 Ich bin ein Bruder geworden den Schakalen und ein Gefährte den Straußenhennen.
30 Meine Haut ist schwarz geworden und löst sich
31 Und so ist meine Zither zur Trauerklage geworden und meine Flöte zur Stimme der Weinenden.