Hiob 14
ELB2020
1 Der Mensch, von der Frau geboren, lebt kurze Zeit
2 Wie eine Blume kommt er hervor und verwelkt
3 Doch über einen solchen hast du deine Augen geöffnet, und mich führst du ins Gericht mit dir!
4 Würde etwa ein Reiner von einem Unreinen kommen
5 Wenn seine Lebens
6 so blicke weg von ihm, sodass er Ruhe hat, damit er wie ein Tagelöhner seinen Tag genießen kann!
7 Denn für den Baum gibt es Hoffnung. Wird er abgehauen, so schlägt er wieder aus, und seine Triebe bleiben nicht aus.
8 Wenn seine Wurzel auch
9 vom Duft des Wassers sprosst er wieder und treibt Gezweig wie ein Setzling.
10 Ein Mann aber stirbt und liegt da; und ein Mensch verscheidet, und wo ist er dann
11 Das Wasser verrinnt aus dem Meer, und der Fluss trocknet aus und versiegt;
12 so legt der Mensch sich hin und steht nicht wieder auf. Bis der Himmel nicht mehr ist, erwacht er nicht und wird nicht aufgeweckt aus seinem Schlaf
13 Würdest du mich doch im Scheol verstecken, mich verbergen, bis dein Zorn sich abwendet, mir ein Ziel setzen und dann meiner gedenken!
14 – Wenn ein Mann stirbt, wird er etwa wieder leben? – Alle Tage meines Dienstes
15 Du würdest rufen, und ich würde dir antworten, nach dem Werk deiner Hände würdest du dich sehnen.
16 Denn dann würdest du zwar
17 Mein Verbrechen wäre versiegelt in einem Bündel, und du würdest meine Schuld zudecken
18 Und doch, ein Berg stürzt ein, zerfällt, und ein Fels rückt fort von seiner Stelle.
19 Wasser zerreibt Steine, seine Fluten schwemmen den Staub der Erde hinweg. So machst du die Hoffnung des Menschen zunichte.
20 Du überwältigst ihn für immer, und er geht dahin; sein Gesicht entstellst du und schickst ihn fort.
21 Kommen seine Kinder zu Ehren, er weiß es nicht, und werden sie gering, er achtet nicht auf sie.
22 Sein Fleisch fühlt nur noch für sich selber Schmerz, und seine Seele trauert nur um sich